Schweißglasfilter im Eigenbau

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Angeregt durch einen Thread im DSLR-Forum habe ich mir letztes Wochenende einen eigenen Schweißglasfilter gebaut. Die Resultate, die auch schon im ersten Beitrag gezeigt werden, sind wirklich klasse. Ultralangzeitbelichtungen. Verlängerung der Belichtungszeit um ein 3000faches. Man bedenke: ND-Graufilter verlängern um ihren Faktor – ND8 also um das 8fache. Und kosten, je nach Qualität, zwischen 25-100€.

Mein Versuch ist aber leider etwas misslungen. Hier die Materialliste, um überhaupt mit einem Schweißglasfilter erste Fotos machen zu können:

  • Kamera (Canon EOS 500D)
  • Stativ (derzeit bei mir noch ein Noname-Stativ)
  • Fernauslöser (JJC TM), damit man bequem länger als 30 Sekunden belichten kann
  • Schweißglas (Stärke 11 aus dem Hagebau-Markt für knapp 6€ für 2 Stück)
  • 2 Gummibänder – alternativ z.B. ein Filterringadapter (58 auf 62mm), den es bei ebay mit 3 Wochen Wartezeit schon für 1,70€ gibt

Klingt komisch, sieht auch so aus:

Für 2 Minuten wird dann die Linse aufgerissen – das Ergebnis ist dann ein grünes Foto. Zum Glück war der Himmel grau und man konnte nachher bequem den Weißabgleich mit Digital Photo Professional (DPP) machen.

Hier wird auch schon deutlich, dass das Bild etwas unscharf ist. Den Fokus musste man entweder vorher finden lassen oder man versucht es mit viel Glück, denn erstens sieht man kaum noch etwas durch so ein Schweißglas (was ja auch Sinn macht ;) ) und zweitens drückt die Gummibandvorrichtung die Linse wieder etwas rein.

Mit Weißabgleich sieht das Bild dann schon etwas besser aus. Leider gibt das Motiv nicht viel her, denn man sieht nur, wie die Baumspitzen sich während der 2 Minuten ein wenig im Wind bewegt haben.

Alles wirkt etwas schärfer, man sieht deutlich die Vignettierung (die dunkeln Schatten an den Rändern) und in der 100%-Ansicht Rauschen.

An manchen Stellen sind dann noch ein paar Hotpixel zu erkennen, aber bei 22°C Raumtemperatur und 2 Minuten Feuer auf dem Sensor, ist das ja nur verständlich.

EXIF-Daten:
ISO 800
Blende 10
bei 120 Sekunden Verschlusszeit

11er „Stärke“ ist wohl doch etwas zu viel des Guten. So wie ich das gelesen habe, gibt es auch Stärke 9 und 10 zu kaufen. Die hatte mein Provinz-Hagebau aber leider nicht.

Entsprechend habe ich das Schweißglas noch nicht mit dem Ringadapter verklebt und noch nicht zugeschnitten bzw. schneiden lassen. Aber alles in allem bekommt man so einen Filter für wenig Geld, der einem eine vergleichsweise ewig lange Belichtungszeit bei viel Licht ermöglicht.

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Über Benjamin Strilziw

Benjamin Strilziw ist der internerz und schreibt über Fotografie, Webentwicklung und das Web im Jahre 2011. Folge ihm auf Twitter oder Facebook.

18. Mai 2010 von Benjamin Strilziw
Kategorien: 500D, Fotografie | Schlagwörter: , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Sry, aber meine Commodore Pencam 64 (ja die gibt es wirklich!) hat schon bessere Aufnahmen gemacht!

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