Im Zug der Trägheit

Hinweis: Dieser Artikel wurde aus meinem alten Blog übernommen. Es kann sein, dass Angaben nicht mehr aktuell oder Links und Grafiken verwaist sind. Sollte dies so sein, würde ich mich über einen Kommentar oder einen kurzen Hinweis per E-Mail (blog@internerz.de) freuen.

Da sitze ich nun wieder im Zug Trägheit oder… Langsamkeit. Es ist laut, es schaukelt, es stinkt nach… ich habe es mir eigentlich noch nie wirklich ausgemalt, WAS das alles sein könnte. Ich sage mir immer, es ist die Heizung. Zugegebenermaßen riecht es im Winter noch unangenehmer als im Sommer. Wenn die Heizung an ist, steigt warme Luft an den Außenwänden des Zuges (keine Abteile oder Waggons, ein Zug, vorne steuerbar, hinten steuerbar) hoch, die nach vertrockneten, geschmolzenen, wieder vertrockneten und wieder geschmolzenen Kaugummis riecht. Da der Zug vermutlich schon 20 Jahre alt ist, sind die Geruchsprobleme vermutlich bald so alt wie ich.

Hier ist es so laut, wenn man die komplette Strecke von Lüneburg nach Dannenberg bzw. umgekehrt fährt, man nach dieser Tortour brummende Kopfschmerzen hat. Dass es auch noch so schaukelt ist auch nicht gerade vorteilhaft.

Im Sommer herrscht im Zug ein stetiger, heißer Luftzug, der die Füße zum Schmelzen bringt. Diesen Sommer bin ich zum Glück nur an Tagen gefahren, wo es einigermaßen erträglich war. Wobei die künstliche Hitze im Winter auch nicht gerade angenehm ist.

Aber die Fahrt hat auch was Gutes, je nach dem, in welche Richtung man fährt, ist man froh, wenn es vorbei ist. Fährt man Richtung Lüneburg, ist man froh, dass Wendland hinter sich zu lassen und wieder in die Hamburger Metropole zu fahren – hier ist es doch um einiges moderner. ;)Fährt man Richtung Dannenberg, freut sich, sich dem Wendland zu nähern. Die Landschaft wird grüner und wilder und nach wenigen Kilometern befindet man sich in einem Wald mittem im Nichts. Wenige Kilometer. Ein gutes Stichwort, denn für 50km Gleisfahrt benötigt die Schleswig-Holsteinische Regionalbahn eine Stunde und 8 Minuten. Das sind durchschnittlich 22,83m/s. Oder grob überschlagen etwas weniger als 60km/h, wenn man davon ausgeht, dass der Zug alle paar Minuten an den größten Bahnhöfen auf dem Weg halten muss. Es sind insg. 9 Haltepunkte, die irgendwie ein Schild haben, die sie als diese Haltepunkte kennzeichen, wo selten aber jemand zusteigt und meist nur eine Person aussteigt.
Fährt man die Strecke Dannenberg Ost bis Lüneburg Bahnhof West mit dem Auto, braucht man ca. 35 Minuten. Aber während der Autofahrt kann man schlecht Blogeinträge schreiben oder Filme gucken. Der Bus braucht übrigens für insg. 50km Luftlinie (Dannenberg – Lüneburg) gut 2 Stunden. Ich möchte gar nicht wissen, wo der Bus überall hält und wie es dort stinkt.

Dann nehme ich doch den Regionalbahnexpresszugflitzer und freue mich, wenn ich jemand Bekanntes im Zug treffe. Oder eher nicht, sind ja meistens Bekannte. ;)

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Über Benjamin Strilziw

Benjamin Strilziw ist der internerz und schreibt über Fotografie, Webentwicklung und das Web im Jahre 2011. Folge ihm auf Twitter oder Facebook.

28. Oktober 2009 von Benjamin Strilziw
Kategorien: I can't believe it's not a category! | 1 Kommentar

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